In diesem Beitrag erfahren Sie alles über Haut und Fell des Pferdes. Von Aufbau und Funktion von Pferdehaut und -fell über die richtige Fellpflege mit Wurzelbürste und Co bis zum Fellwechsel und Hautkrankheiten wie Mauke sowie deren Vorbeugung. Unsere Expertin beantwortet zentrale Fragen wie „Wie kann ich mein Pferd im Fellwechsel unterstützen?“, „Wie erkenne ich Mauke beim Pferd?“ oder „Was ist der Unterschied zwischen Mauke und Raspe?“ und gibt wertvolle Expertentipps zur alltäglichen Fell- und Hautpflege bei Pferden.
Die Expertin

Dr. med. vet. Stefanie Mallmann ist Tierärztin und Expertin für Allergien und Hautheilkunde. Als leitende Tierärztin in der Produktentwicklung von FRIDO LOVES IT und LILA LOVES IT steht sie mit ihrem Team für höchste veterinäre Expertise von der Entwicklung der Produkte bis zur akribischen Qualitätskontrolle. So fließen Erfahrungswissen, Problemlösungskompetenz und tierärztliches Können zum Wohle unserer Pferde zusammen. Sie kennt die Bedürfnisse von Pferden genau und sorgt so dafür, dass die Produkte von FRIDO LOVES IT genau das können, was sie leisten sollen.
Haut und Fell des Pferdes: Aufbau und Funktion
Die Haut und das Fell eines Pferdes erfüllen wichtige Aufgaben: Sie schützen den Körper vor äußeren Einflüssen, helfen bei der Temperaturregulation und geben Hinweise auf den Gesundheitszustand. Ein glänzendes Fell und eine unveränderte, geschmeidige Haut gelten häufig als Zeichen für Wohlbefinden. Umgekehrt können stumpfes Fell, Schuppen, Juckreiz oder kahle Stellen auf fehlende Pflege, Parasiten, Hauterkrankungen oder andere gesundheitliche Probleme hinweisen.
Wie ist die Pferdehaut aufgebaut?

Die Haut ist das größte Organ des Pferdes und bildet eine wichtige Schutzbarriere zwischen dem Körper und seiner Umwelt. Sie besteht aus drei wesentlichen Schichten: Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut.
Die Oberhaut (Epidermis) bildet die äußerste Schutzschicht. Ihre obersten Zellen verhornen und werden regelmäßig abgestoßen und erneuert. Gemeinsam mit den hauteigenen Lipiden trägt diese Schicht dazu bei, den Wasserverlust zu begrenzen und das Eindringen schädlicher Umwelteinflüsse zu erschweren.
Die darunterliegende Lederhaut (Dermis) enthält unter anderem Blutgefäße, Nerven, Bindegewebe, Talg- und Schweißdrüsen sowie die Haarfollikel. Sie versorgt die Oberhaut und hält Haut und Fell durch den Talg geschmeidig.
Die Unterhaut (Subcutis) besteht überwiegend aus lockerem Bindegewebe und unterschiedlich ausgeprägtem Fettgewebe. Sie verbindet die Haut mit den darunterliegenden Strukturen, ermöglicht ihre Verschieblichkeit und trägt zur Wärmeisolierung bei.
Die Haut ist außerdem ein Sinnesorgan: Über zahlreiche Nervenendigungen nimmt das Pferd Berührungen, Druck, Temperatur und Schmerz wahr. In allen Hautschichten finden sich verschiedene Rezeptoren zur Reizwahrnehmung.
Welche Funktionen haben Haut und Fell?
Die Pferdehaut schützt vor mechanischen Belastungen, Krankheitserregern und Umwelteinflüssen. Sie begrenzt den Wasserverlust und ist an Immunreaktionen beteiligt. Über die Schweißdrüsen unterstützt sie zudem die Regulation der Körpertemperatur.
Das Fell ergänzt diese Schutzfunktionen. Es bildet eine isolierende Luftschicht, schützt vor Sonneneinstrahlung und vermindert je nach Beschaffenheit den direkten Kontakt mit Schmutz und Feuchtigkeit. Wie gut es isoliert, hängt unter anderem von Haarlänge, Haardichte und der Aufrichtung der Haare ab.
Woran erkennt man gesunde Haut und gesundes Fell?

Gesunde Haut ist in der Regel intakt und weist keine auffälligen Rötungen, nässenden Stellen, Krusten oder offenen Wunden auf. Die normale Hautfarbe unterscheidet sich je nach Pigmentierung und Körperregion.
Das Fell sollte für das jeweilige Pferd und die Jahreszeit typisch sein. Ein glänzendes Fell kann ein Hinweis auf einen guten Allgemeinzustand sein, ist für sich genommen jedoch kein zuverlässiger Gesundheitsnachweis. Ebenso bedeutet stumpfes Fell nicht automatisch, dass eine Erkrankung oder ein Nährstoffmangel vorliegt.
Auch die Hauttemperatur, die Elastizität und das natürliche Hautfett spielen eine Rolle. Entscheidend ist, Veränderungen im individuellen Erscheinungsbild des Pferdes wahrzunehmen und bei anhaltenden Auffälligkeiten die Ursache abklären zu lassen.
Haut- und Fellpflege beim Pferd
Warum ist regelmäßige Fellpflege wichtig?
Regelmäßiges Putzen entfernt Staub, lose Haare, Schweißreste und oberflächliche Verschmutzungen. Gleichzeitig lässt sich dabei die Haut kontrollieren. Kleine Verletzungen, Schwellungen, Zecken, Krusten oder beginnende Hautveränderungen können so frühzeitig auffallen.
Die Fellpflege ist außerdem eine gute Gelegenheit, das Pferd auf Berührungsempfindlichkeit zu überprüfen. Reagiert es plötzlich an bestimmten Körperstellen empfindlich, können Schmerzen oder Hautreizungen die Ursache sein.
Pferd richtig putzen: Welche Bürste eignet sich wofür?

Die Wahl der Bürste richtet sich nach Fellbeschaffenheit, Körperregion und Verschmutzungsgrad.
Bei Bedarf kann vorab mit einem Striegel gearbeitet werden. Er entfernt grobe und tiefer liegende Verschmutzungen, indem er das Fell aufraut. Zudem kann das Striegeln vom Pferd als angenehm empfunden werden und das gegenseitige Fellkraulen unter Pferden imitieren.
Wurzelbürste: Sie eignet sich für den gesamten Körper und löst hartnäckigeren Schmutz besonders gut. Die Bürste kann sowohl als erster Schritt der Fellpflege als auch nach dem Striegeln eingesetzt werden. Bei empfindlicher Haut oder gereizten Stellen sollte sie vorsichtig angewendet werden.
Glanzbürste: Sie entfernt feinen Staub und lose Haare und eignet sich für die abschließende Fellpflege.
Doppelseitige Mähnenbürste: Sie hilft, Verfilzungen in Mähne und Schweif vorsichtig zu lösen. Dabei sollte man möglichst an den Haarspitzen beginnen und sich schrittweise nach oben arbeiten, um Haarbruch zu vermeiden. Gleichzeitig löst sie sanft Staub aus Mähne, Schweif und Gesicht.
Bürsten sollten regelmäßig gereinigt und nicht unbedacht zwischen Pferden geteilt werden. Bei Verdacht auf eine ansteckende Hauterkrankung ist besondere Hygiene erforderlich.
Wie lässt sich die natürliche Hautbarriere erhalten?
Eine gesunde Hautbarriere benötigt keine aufwendige Pflegeroutine. Entscheidend sind eine schonende Reinigung, geeignete Haltungsbedingungen und eine regelmäßige Kontrolle der Haut.
Häufiges Waschen mit Shampoo, das nicht speziell auf die Bedürfnisse der Pferdehaut abgestimmt ist, kann den natürlichen Schutzfilm der Haut beeinträchtigen. Deshalb sollte das Pferd ausschließlich mit hautverträglichen Produkten gewaschen werden.
Nach dem Waschen muss das Fell ausreichend trocknen können. Besonders bei dichtem Winterfell und in Bereichen, in denen Feuchtigkeit lange stehen bleibt, ist darauf zu achten, dass das Pferd nicht über längere Zeit nass und ausgekühlt bleibt.
Hautpflege bei trockener, empfindlicher oder gereizter Haut
Trockene, schuppige oder empfindliche Haut kann verschiedene Ursachen haben. Neben äußeren Einflüssen kommen beispielsweise Parasiten, Infektionen oder andere Hauterkrankungen infrage.
Pflegeprodukte können die Haut unterstützen, ersetzen aber keine Diagnose. Zur Pflege und Regeneration beanspruchter, gereizter oder irritierter Hautstellen eignen sich Silberspray und Silbercreme von FRIDO LOVES IT besonders gut. Mit einer speziell auf die Pferdehaut angepassten Formel kühlen sie, lindern Juckreiz, spenden Feuchtigkeit und stärken die natürliche Hautbarriere. Zudem wirkt das enthaltene Mikrosilber keimhemmend auf der Hautoberfläche.
Sollten Hautprobleme wie Rötungen, Juckreiz, nässenden Stellen oder wiederkehrenden Schuppen trotz regelmäßiger Pflege mit geeigneten Produkten nicht innerhalb von ein bis zwei Wochen abklingen oder sich verschlimmern, ist spätestens zu diesem Zeitpunkt eine tierärztliche Diagnose erforderlich.
Fellwechsel beim Pferd: Was passiert im Frühjahr und Herbst

Der Fellwechsel gehört zum natürlichen Jahresrhythmus des Pferdes. Im Frühjahr wird das dichte Winterfell durch das leichtere Sommerfell ersetzt. Im Herbst entwickelt sich zunehmend das längere und dichtere Winterfell.
Wann findet der Fellwechsel statt?
Der Fellwechsel wird wesentlich durch die Tageslichtdauer gesteuert. Veränderungen der Lichtverhältnisse beeinflussen hormonelle Prozesse, die das Haarwachstum und den Wechsel des Haarkleides regulieren. Auch Temperatur, Haltung, Rasse, Alter und individuelle Faktoren spielen eine Rolle.
Der Frühjahrsfellwechsel findet typischerweise im Frühjahr statt, während sich das Winterfell im Herbst entwickelt. Der genaue Zeitpunkt und die Dauer unterscheiden sich jedoch von Pferd zu Pferd.
Pferde, die überwiegend im Stall leben, geschoren werden oder unter künstlichen Lichtbedingungen gehalten werden, können ein anderes Fellwachstum zeigen als Pferde, die ganzjährig im Freien leben.
Was passiert während des Fellwechsels?
Während des Fellwechsels werden alte Haare abgestoßen und neue Haare gebildet. Das kann vorübergehend zu starkem Haarverlust führen. Lose Haare sammeln sich im Fell, und das Pferd kann beim Putzen besonders empfindlich reagieren.
Der Fellwechsel ist ein physiologischer Vorgang und nicht automatisch ein Zeichen für einen Nährstoffmangel. Die Bildung neuer Haare benötigt jedoch Nährstoffe, weshalb eine ausgewogene, bedarfsgerechte Fütterung wichtig ist.
Wie kann ich mein Pferd beim Fellwechsel unterstützen?
Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Pferd während des Fellwechsels unterstützen:
1. Regelmäßig und schonend putzen
Eine passende Bürste hilft, lose Haare und Schmutz zu entfernen. Bei empfindlichen Pferden empfiehlt es sich, mit wenig Druck zu arbeiten und die Reaktion des Tieres zu beobachten. Starkes Scheuern beschleunigt den Fellwechsel nicht sinnvoll und kann die Haut reizen.
2. Auf eine ausgewogene Fütterung achten
Die Grundlage ist eine bedarfsgerechte Ration mit ausreichend hochwertigem Raufutter und einer passenden Versorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen und Eiweiß. Eine Ergänzung sollte sich am tatsächlichen Bedarf orientieren. Bei auffälligem Fellwechsel oder weiteren gesundheitlichen Veränderungen kann eine tierärztliche Untersuchung sinnvoll sein.
3. Bewegung und Haltung berücksichtigen
Regelmäßige Bewegung, geeignete Haltungsbedingungen und ausreichend Möglichkeiten zur Thermoregulation sind essenziell für das allgemeine Wohlbefinden. Das Pferd sollte je nach Wetter, Fellbeschaffenheit, Arbeitsbelastung und individueller Situation vor Überhitzung oder Auskühlung geschützt werden.
4. Veränderungen beobachten
Stark verzögerter Fellwechsel, ungewöhnlich langes Fell oder ein auffälliger Haarverlust sollten nicht allein auf die Jahreszeit zurückgeführt werden. Insbesondere wenn weitere Symptome wie Gewichtsveränderungen, Leistungsschwäche oder vermehrtes Trinken hinzukommen, ist eine tierärztliche Abklärung wichtig. Ein verzögerter Fellwechsel kann beispielsweise bei einer hormonellen Erkrankung wie dem Equinen Cushing-Syndrom (PPID) auftreten.
Hautprobleme beim Pferd: Häufige Hautkrankheiten erkennen
Hautveränderungen können sehr unterschiedlich aussehen. Schuppen, Krusten, Juckreiz, Haarverlust oder kahle Stellen sind keine eindeutigen Diagnosen. Entscheidend ist, wo die Veränderungen auftreten, wie sie sich entwickeln und ob weitere Symptome hinzukommen.
Schuppen und trockene Haut
Schuppen entstehen, wenn vermehrt abgestorbene Hautzellen abgestoßen werden oder sich Hautoberfläche und Talgproduktion verändern. Ursachen können unter anderem trockene Umgebungsbedingungen, Reizungen, Parasiten oder andere Hauterkrankungen sein.
Einzelne Schuppen ohne weitere Auffälligkeiten müssen nicht zwangsläufig auf eine Erkrankung hinweisen. Halten sie an, breiten sie sich aus oder treten Juckreiz und Haarverlust hinzu, sollte die Haut untersucht werden.
Hautpilz beim Pferd

Eine Dermatophytose, umgangssprachlich Hautpilz genannt, ist eine infektiöse Hauterkrankung. Typische Veränderungen sind abgegrenzte, meist runde Bereiche mit Haarverlust, abgebrochenen Haaren, Schuppen oder Schorf. Das Erscheinungsbild kann jedoch variieren.
Hautpilz ist ansteckend und kann auch auf Menschen übertragen werden. Bei Verdacht sollten gemeinsam genutzte Putzutensilien und Ausrüstungsgegenstände nicht weiter zwischen Pferden verwendet werden. Eine tierärztliche Untersuchung ist wichtig, um die Diagnose zu sichern und eine geeignete Behandlung sowie Hygienemaßnahmen festzulegen.
Juckreiz und Scheuern

Wenn ein Pferd sich häufig scheuert, können Parasiten wie Milben oder Läuse, Insekten, allergische Reaktionen oder andere Hauterkrankungen dahinterstecken. Insbesondere die Mähne und der Schweifansatz können betroffen sein.
Wiederholtes Scheuern kann zu Haarbruch, kahlen Stellen und Verletzungen führen. Die Ursache lässt sich nicht allein aus dem Juckreiz ableiten. Deshalb ist es wichtig, Ausmaß, betroffene Körperregionen und mögliche saisonale Zusammenhänge zu dokumentieren und bei anhaltenden Beschwerden tierärztlichen Rat einzuholen.
Kahle Stellen und stumpfes Fell
Kahle Stellen können durch Scheuern, Parasiten, Pilzinfektionen, Entzündungen oder Verletzungen entstehen. Stumpfes Fell kann unter anderem mit dem Fellwechsel, der Fellpflege, der Ernährung oder einer Grunderkrankung zusammenhängen.
Nicht jedes Pferd mit stumpfem Fell benötigt ein Ergänzungsfutter, und nicht jede kahle Stelle ist ein Pilzbefall. Erst die Untersuchung und gegebenenfalls ergänzende Tests ermöglichen eine gezielte Behandlung.
Mauke beim Pferd: Symptome, Ursachen und Behandlung

Mauke gehört zu den häufigsten Hautproblemen beim Pferd. Gemeint sind entzündliche Hautveränderungen im Bereich der Fesselbeuge. Die Veränderungen können von trockenen Schuppen und kleinen Krusten bis zu nässenden, schmerzhaften Hautstellen reichen.
Mauke bezeichnet ein klinisches Erscheinungsbild und nicht eine einzelne Erkrankung mit nur einer Ursache. Feuchtigkeit und aufgeweichte Haut können die Entstehung begünstigen. Daneben kommen unter anderem bakterielle oder pilzbedingte Infektionen, Parasiten, Reizungen und bestimmte entzündliche Hauterkrankungen infrage.
Wie erkenne ich Mauke beim Pferd?
Zu den möglichen Anzeichen gehören:
- Rötungen und gereizte Haut in der Fesselbeuge
- Schuppen und Krusten, teilweise mit verklebtem Haar
- Risse, nässende Stellen oder Wundflächen
- Empfindlichkeit bei Berührung und Juckreiz
- Schwellungen und in ausgeprägten Fällen Lahmheit
Die Veränderungen können an einem oder mehreren Beinen auftreten. Bei Pferden mit langem Behang können Hautveränderungen länger unentdeckt bleiben, weshalb die betroffenen Bereiche regelmäßig kontrolliert werden sollten.
Bei deutlicher Schwellung, Wärme, starken Schmerzen, eitrigem Ausfluss oder Lahmheit sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden. Auch wiederkehrende oder ausgedehnte Hautveränderungen gehören fachlich abgeklärt.
Was ist der Unterschied zwischen Mauke und Raspe?
Mauke betrifft typischerweise die Fesselbeuge. Der Begriff Raspe wird häufig für ausgeprägte, chronische und stärker verhornte Hautveränderungen verwendet, die insbesondere im Bereich zwischen Fessel- und Sprunggelenk auftreten können. Die Haut kann dort verdickt, schuppig, rissig oder krustenbedeckt sein.
Die Begriffe sind im allgemeinen Sprachgebrauch nicht immer eindeutig voneinander abgegrenzt. Beide Erscheinungsbilder können unterschiedliche Ursachen haben und erfordern deshalb eine sorgfältige Beurteilung.
Was hilft bei Mauke?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad. Je nach Befund können eine schonende Reinigung, das sorgfältige Trocknen oder trocken Halten der betroffenen Haut, eine gezielte lokale Behandlung und Anpassungen der Haltung erforderlich sein. Zudem können weitere Untersuchungen, beispielsweise auf Parasiten oder Infektionserreger, notwendig werden.
Krusten sollten keinesfalls gewaltsam abgerissen werden. Dadurch können zusätzliche Hautverletzungen und Schmerzen entstehen. Ebenso wenig ist es ratsam, betroffene Stellen wiederholt mit unterschiedlichen Mitteln zu behandeln, ohne die Ursache zu kennen.
Bei chronischer Mauke ist es besonders wichtig, begünstigende Faktoren zu erkennen und zu reduzieren. Eine Behandlung der sichtbaren Krusten reicht unter Umständen nicht aus, wenn die zugrunde liegende Ursache bestehen bleibt.
Hautprobleme und Hautkrankheiten beim Pferd vorbeugen
Nicht jede Hauterkrankung lässt sich verhindern. Eine konsequente Hautkontrolle, geeignete Haltungsbedingungen und eine bedarfsgerechte Versorgung können jedoch dazu beitragen, Risiken zu reduzieren und Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Regelmäßige Pflege und Kontrolle
Regelmäßiges Putzen und die Kontrolle der Haut gehören zur täglichen Routine. Bürsten sollten sauber gehalten und bei Verdacht auf ansteckende Erkrankungen nicht gemeinsam verwendet werden. Häufiges Waschen mit Shampoo, das nicht speziell auf die Bedürfnisse der Pferdehaut abgestimmt ist, ist zu vermeiden.
Alltägliche Hautkontrollen helfen, Parasiten und Hautveränderungen frühzeitig zu entdecken. Bei auffälligem Juckreiz, Haarverlust oder Krusten sollte gezielt nach der Ursache gesucht werden.
Fütterung: Den Bedarf decken
Eine ausgewogene Ration unterstützt die normale Funktion von Haut und Fell. Sowohl eine Unterversorgung als auch eine Überversorgung mit einzelnen Nährstoffen sollte vermieden werden. Bei auffälligem Fell, Gewichtsveränderungen oder weiteren Symptomen kann eine fachliche Rationsüberprüfung sinnvoll sein.
Haltung und Hygiene: Feuchtigkeit im Blick behalten
Besonders bei empfindlicher Haut und bei Pferden, die zu Mauke neigen, sollten empfindliche Hautbereiche nicht dauerhaft feucht bleiben. Feuchte oder schlammige Ausläufe und nasse oder unhygienische Einstreu können die Haut belasten. Saubere, trockene Liegeflächen und ein geeignetes Weidemanagement sind deshalb wichtige Bestandteile der Vorbeugung.
Wann sollte ein Tierarzt die Haut untersuchen?
Eine tierärztliche Untersuchung ist erforderlich, wenn Hautveränderungen anhalten, sich ausbreiten, wiederkehren oder mit starkem Juckreiz, Schmerzen, Schwellungen, offenen Wunden oder Ausfluss einhergehen. Auch Fieber, deutliche Mattigkeit oder Lahmheit sind Warnzeichen.
Je nach Befund können eine gründliche klinische Untersuchung, Hautgeschabsel, mikroskopische Untersuchungen, Pilzdiagnostik oder weitere Tests sinnvoll sein. Die passende Diagnostik ermöglicht eine gezielte Behandlung und verhindert, dass unterschiedliche Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen verwechselt werden.
Gesunde Haut und gepflegtes Fell beginnen mit Aufmerksamkeit
Haut und Fell sind weit mehr als ein optisches Merkmal. Sie erfüllen wichtige Schutzfunktionen und können Hinweise auf Veränderungen des Gesundheitszustands geben. Regelmäßiges, schonendes Putzen, eine bedarfsgerechte Fütterung und geeignete Haltungsbedingungen bilden die Grundlage einer guten Haut- und Fellpflege.
Besonders während des Fellwechsels lohnt es sich, das Pferd aufmerksam zu begleiten und lose Haare vorsichtig zu entfernen. Schuppen, Juckreiz, kahle Stellen oder Krusten sollten dagegen nicht vorschnell als harmlose Pflegeprobleme eingeordnet werden.
Bei Hautkrankheiten wie Mauke, Raspe oder Hautpilz ist entscheidend, die Ursache zu erkennen und gezielt zu behandeln. So lässt sich die Hautgesundheit langfristig unterstützen und das Wohlbefinden des Pferdes erhalten.